SommerZeit 2018

3 www.mehr-auszeit.de Robert Boecker Chefredakteur Lernen Sie den Wuppertaler Andreas Ladach kennen, dessen Berufung es ist, sich als „Orgelflüsterer“ um die Königinnen der Instrumente zu kümmern. Und erfahren Sie mehr über Pater Anselm Grün, der nicht nur wieder die Impulse zu unseren doppelseitigen Fotos geschrieben, sondern auch Zeit gefunden hat, uns ein Interview zu geben. In dieser SommerZeit nehmen wir Sie außerdem mit auf die Reise. Wir haben in Irland die mehr als 1400 Jahre alte Klosteranlage Clonmacnoise besucht. Von dort haben sich vor vielen Jahrhunderten mutige Männer auf den Weg gemacht, um auf dem Kontinent als Missionare tätig zu sein. Unter anderem der berühmte Berater Kaiser Karls des Großen, Alkuin, hat in dieser Klosteran- lage zusammen mit den bedeutendsten Köpfen seiner Zeit studiert. Aus Irland stammt auch unser Titelbild: Es entstand an einem Sommerabend auf einem alten Friedhof neben einer Kirchenruine im Südwesten der wunderschönen, nicht immer regenfreien Insel. Wichtig ist es mir, Sie einzuladen, uns bei unserer Sozialaktion zu unterstüt- zen. Auch in den kommenden Sommerferien möchten wir wieder Familien, die es sich niemals leisten können in Urlaub zu fahren, einige unbeschwerte Tage in dem Familienferienhaus Arche Noah Marienberge imWesterwald schenken. Das können wir aber nur, wenn Sie uns großherzig unterstützen. Sie wissen, ich garantiere persönlich dafür, dass jeder Cent, der gespendet wird, für unse- re Sozialaktion eingesetzt wird. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der SommerZeit und eine Zeit der Erholung in den kommenden Wochen. Wenn Sie Zeit und Lust haben, lade ich Sie ein, sich im Internet unter www.mehr-auszeit.de unseren Blog anzuschauen. Neue Adresse, neue Inhalte. Sie werden überrascht sein! In vielen Teilen Irlands findet man verfallene Kirchen und zerstörte Abteien. Unser Bild entstand an der Küste im Südwesten Irlands. Erstaunlich ist, dass hin und wieder auf den alten Friedhöfen rund um die Ruinen mit ihren schiefen, von Wind und Wetter gezeichneten Kreuzen, auch heute noch Bestattungen vorgenommen werden. Liebe Leserinnen und Leser! W ährend ich diese Zeilen schreibe, sind meine Gedan- ken bei Schwester Franziska. Seit Jahren kümmert sich die Franziskanerin in ihrer energisch-freundlichen Art um Obdachlose in der Stadt Köln. Für die, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, ist sie bis jetzt Trost, Stütze, Hilfe und Halt gewesen. Schwester Franziska ist für mich die Verkörperung dessen, was es heißt, Christus berührbar zu machen. Von dem Moment an, in dem wir uns entschieden haben, uns in der aktuellen Ausgabe der SommerZeit mit dem Thema „Berufung“ zu beschäftigen, war mir klar, auch die 54-jährige Ordensfrau um ein Statement zu bitten. „Klar, mache ich gerne“, lautet ihre kurze, aber bestimmte Zustimmung. Wir unterhalten uns noch eine Weile. Dann fällt in einem Nebensatz ganz beiläufig das Wort „aus- therapiert“. Zunächst führen wir das Gespräch einfach weiter. Dann wird mir schlagartig klar, was die taffe Ordensfrau mit der Berliner Schnauze gerade so nebenher gesagt hat: austherapiert, das heißt, niemand kann mir mehr helfen, das Ende ist nahe. Ich frage nach. Sie sagt, sie sei unheilbar erkrankt und habe nur noch kurze Zeit zu leben. Sie lasse sich aber ihre Freude am Leben und an der Arbeit für und mit den Menschen durch ihre Krankheit nicht nehmen. So lange sie es könne, werde sie weiter mit Gelassenheit und in ruhiger, hoffnungsvoller Erwartung auf das, was auf sie zukomme, für die Frauen und Männer auf der Straße da sein. Wozu sich Schwester Franziska und zahlreiche andere Men- schen berufen fühlen, das können Sie auf den Seiten 14 und 15 lesen. Dass „Berufung“ nicht immer heißt, Priester, Ordensfrau oder -mann zu wer- den, wird in der SommerZeit an zahlreichen Beispielen deutlich.Wir freuen uns über ein Interview mit Ministerpräsident Armin Laschet, der von der Berufung, Politiker zu werden, spricht. Ein wenig stolz sind wir auch, dass es uns gelungen ist, den 98-jährigen Baumeister Gottfried Böhm – sicher auch ein „Berufener“ – für ein Interview zu gewinnen. Mit ihm haben wir uns über den Mariendom in Neviges unterhalten. Dieses inzwischen weltberühmte Bauwerk, das Böhm entworfen hat, ist in diesen Tagen vor 50 Jahren geweiht worden. Foto: Benedikt Boecker

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